SIBYLLE CZICHON
blinde spiegel
mit ISABELLE YOUNG
05.09.2026-02.10.2026
OPENING:04.09.2026 | 18 Uhr
Wir freuen uns, mit der Ausstellung blinde spiegel zum ersten Mal Arbeiten der Malerin Sibylle Czichon präsentieren zu dürfen. Die 1989 in Castrop-Rauxel geborene Künstlerin studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Katharina Grosse und Andreas Schulze, bei dem sie 2019 als Meisterschülerin abschloss.
Ihre abstrakte Malerei geht jedoch weiter zurück, noch vor deren Lösungsvorschläge, und sucht konsequent nach einem eigenen Weg zum Bild. Sie verzichtet dabei sowohl auf Fülle an Farben und Formen und den bloßen Zufall als auch auf Erfindung und Erzählung. Ihre Bilder behaupten sich, indem sie versuchen wegzulassen, was sich unterwegs im Prozess des Malens als Idee aufdrängt. Die Spuren, die am Ende auf der Leinwand sichtbar bleiben, erscheinen als Filtrat des nicht mehr Symbolisierbaren, was Lacan das Reale nennt. Die Künstlerin stellt über ihr Schaffen folgendes fest:
Meine Bilder sind nicht geplant, sie sind gefunden. Malerei ist für mich eine ständige Aushandlung zwischen Souveränität und Unsicherheit; ein offener Prozess, in dem das Bild als Spur einer sich ständig verändernden zeitlichen und körperlichen Haltung erscheint.
(SC)
Diese Malerei folgt einem Pfad, auf dem sich verschiedene Haltungen der Abstraktion im 20. Jahrhundert bewegt haben, beginnend mit Malewitschs Schwarzem Quadrat, führt er über Lee Krasner weiter zu Cy Twombly und Gerhard Richter. Was als Widerspruch zum bürgerlichen Kunstdiskurs des 19. Jahrhunderts begann, basiert auf der malerischen Auseinandersetzung mit der Frage, was überhaupt ein Bild sein kann.
Begleitet werden die abstrakten Bilder Czichons von einer Auswahl an Arbeiten der englischen Fotografin Isabelle Young. Es sind Aufnahmen aus dem Atelier der Malerin Celia Paul, die Young 2019 gemacht hat. Die Fotos der leeren Räume gegenüber des British Museum verweisen auf eine notwendige künstlerische Arbeitsbedingung, die Leere, die benötigt wird, um zum Bild zu kommen. Das spiegelt sich schlussendlich auch in der Konzentration der Bilder von Sibylle Czichon. Der Einblick in die Arbeit Celia Pauls reduziert sich auf ihren alltäglichen Blick auf das Museumsgebäude direkt gegenüber. Dieses Bild des mächtigen Hauses mit seiner Sammlung der wichtigsten Kulturgüter unserer Zivilisation ist der Begleiter ihrer Malerei. Pauls Perspektive öffnet sich somit über Youngs Fotos in Czichons Ausstellung.
NA